Worauf müssen wir achten, damit die Struktur und der Charakter der Stadt Würzburg erhalten oder gestärkt wird? Welche Sichtbeziehungen müssen erhalten bleiben, was soll auf den Hochplateaus entstehen dürfen? Dieses Werkzeug bietet ein positives Zielbild für die zukünftige Gestaltung der Stadt, an dem wir mögliche Auswirkungen von Stadtentwicklungsvorhaben prüfen und diskutieren können.

» Was macht Würzburg für Sie aus? Wo gehen Sie mit Gästen hin? Was fehlt noch im Raumbild?

5 Kommentare
  1. Beim Blick auf das Raumbild fiel mir schon bei den Veranstaltungen auf, dass z. B. in Versbach die Darstellung unvollständig ist. So existiert hier noch ein naturnaher attraktiver Stadteingang im Pleichachtal. Außerdem ist die Darstellung der Grünflächen (insbesondere an den Hängen) unzureichend, bzw. falsch. Es gibt mehr davon, z. B. am Vierwindenweg. Im Süden der Stadt war man bei der Erfassung dieser Flächen offenbar genauer. Außerdem stellt sich die Frage wie die Würzburger Besonderheit mit den steilen Seitentälern, die oft mit Gartengrundstücken, ehemaligen Behelfsheimen oder Gartenlauben versehen sind, in den neuen FNP eingearbeitet wird (insbesondere Duldung, Naturschutz, Naherholung/Betretungsrecht)

  2. Das größte Problem der Flächennutzung in Würzburg ist die massive Zerschneidung des Stadtgebiets durch die Verkehrswege (A3, Mittlerer Ring, Nordtangente). Die Chance eines Autobahn-Tunnels wurde vertan. Die Verkehrswege sind total undurchlässig, z. B. in Grombühl gibt es nur versiffte Unterführungen, statt einer Ampel über die Grombühlstraße und ist damit mit Rollstuhl oder Kinderwagen unpassierbar. In Würzburg gilt noch immer der absolute Vorrang des fließenden Kfz-Verkehrs. Auch, dass neue Straßen nur Verkehr säen, scheint immer noch nicht angekommen zu sein.

  3. Hallo,

    die Vorschläge des Projektteams sowie meiner MitbürgerInnen finde ich hervorragend. Insbesondere die Vorschläge zur Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV gerechten Stadt oder der Begrünung der Straßenräume kann ich nur unterstützen. Dazu gehört v.a. auch der kleine Einzelhandel. Am neuen Hublandcenter hat man dies verpasst. Mehrere große Supermärkte finden sich dort auf einem Haufen und folglich erstickt der Bereich im PKW-Verkehr. Die Verkaufsflächen von Supermärkten sollte daher beschränkt werden, insbesondere auch an den Ausfallstraßen, denn die Großläden dort schwächen den Einzelhandel in den Vierteln.

    Vieles Gute wurde schon formuliert, so dass ich mich darauf beschränke, was mir noch nicht genannt scheint.

    Es wird hier ja nach der Erscheinung und Bewahrung der Stärken gefragt. Zu diesen gehört mE die rote Dachlandschaft. Man sieht diese von vielen Punkten der Stadt, z.B. vom Steinweinberg, vom Nikolausberg, vom Marienberg, vom Frauenland, von mehreren Einfallstraßen, …
    Bei Neubauten sollte daher in den entsprechenden Zonen in der Stadt eine entsprechende Dachgestaltung festgeschrieben oder gefördert werden. Ich würde diese Zonen vom Status-quo her definieren, also jene Siedlungen, wo diese Erscheinungsform heute noch vorwiegend anzutreffen ist. Denkbar wäre mE auf das spitze fränkische Dach zu verzichten, denn auch flachere Dächer oder Mansardendächer erfüllen die Funktion, die Qualität der roten Dachlandschaft zu erhalten. Ggf. wäre es auch möglich kleine Dachspitzen mit ökologischen Funktionen zu versehen, bspw. Raum für Fledermäuse, Schwalben, Siebenschläfer, Falken, Insektenhotels etc. Aufgrund der verschwindenden offenen Dachböden verschwinden immer mehr Arten aus den Orten. Dachausbauten und Aufstockungen von Gebäuden lassen sich gut mit diesen Vorgaben verbinden. Es sollten keine Flachdächer wegen Aufstockungen entstehen.

    Des Weiteren finde ich, dass die wenigen erhaltenen Gebäude, die vor der Zerstörung im zweiten Weltkrieg entstanden, besser geschützt werden sollten. Gleichzeitig sollte bei Neubauten mehr Mut und mehr Qualität an den Tag gelegt werden, Für beides sollten entsprechende Gremien gestärkt (Stadtbildkommission, Stadtheimatpfleger z.B.) oder neu geschaffen werden. So würde ich vorschlagen, dass die Denkmalstelle in der Stadtverwaltung aus mehr als Teilzeitkraft bestehen sollte oder, dass ein Gremium jeden geplanten Abriss zunächst kritisch betrachtet. Bei Neubauten sollten Wege gefunden werden, wie sie weniger 08/15-Investorenarchitektur darstellen. Ggf. lassen sich aber auch direkt in den Bebauungsplänen bessere Schutzmaßnahmen für den Altbestand (z.B. mehr Ensembleschutzgebiete) und die Qualität neuer Bauten formulieren?

  4. Wir brauchen mehr Grün in der Innenstadt! Damit meine ich nicht irgendwelche hochgehängten Geranien, sondern große Bäume. Plätze wie der Dominikanerplatz leben von großen Bäumen. Hier lässt es sich gemütlich verweilen. Dabei sollte auch das Pflaster nicht großstädtisch sein (wir sind keine Großstadt), sondern es sollte eine gewisse Gemütlichkeit, einen gewissen Charme ausstrahlen.

    In der Eichhornstraße wurden alle Fehler gemacht, die man nur machen kann. Fragt sich, ob man hier noch nachbessern könnte. Der im Pflaster in der Eichhornstraße eingelassene QR-Code ist eine totaler Quatsch. Hier wäre Raum gewesen für eine erholsame Grünfläche, vielleicht sogar für eine Rasenfläche. Aktuell dreht es mir den Magen um, wenn ich durch die Eichhornstraße gehe. Hier fehlt jede Gemütlichkeit. Solche Fehler dürfen nicht mehr passieren.

  5. die Hochplateaus sollte stärker durch Straßenbahnlinien erschlossen und zur Bebauung genutzt werden. Die Anhöhe hinter Grombühl – mit der Erweiterung des Uniklinikums – eignet sich auch für eine verstärkte Wohnbebauung.

    Dabei müssen weg kommen vom unkoordinierten und breiartigen Einfamilienhausbau, der sogar auf dem Konversionsgelände am Hubland wieder eine stark dominierende Rolle einnimmt und der auch die gesichtslosen Erweiterungen der 70er-90er Jahre prägt.

    Ein gutes Beispiel für moderne städtische Bauweisen ist der Münchner Ackermannbogen, mit einer Mischung aus Geschosswohnungsbau und kleineren Atriumhäusern: https://www.h2r-architekten.com/projekt/atriumhaeuser/
    Diese sind 2-3 Geschosse hoch und sehr platzsparend entworfen. Man sollte keine Angst habe vor Investorenbau auch im EFH-DHH und RH-Bereich.

    Eine Bahn oder Seilbahn hoch zur Festung und eine stärkere Inwertsetzung dieses Gebäudes wäre für mich ein Gewinn auch fürs Stadtbild – schließlich leben wir nicht mehr im Mittelalter und sollten dies auch nicht simulieren.

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