Wie machen wir unsere Wohnquartiere zukunftsfähig? Einfamilienhausgebiete oder Großwohnsiedlungen – jeder Gebietstyp hat seine Stärken und Schwächen. Was braucht es jeweils, um die verschiedenen Gebietstypen zukunftsfähig zu machen? Das Werkzeug Gebietstypen zeigt kleinteilige Entwicklungsprinzipien für 12 Gebiete mit ähnlichen baulichen und freiräumlichen Strukturen auf. Im Folgenden finden Sie 12 Gebietstypen und die Vorschläge der externen Planer für deren zukünftige Weiterentwicklung.

Was braucht der jeweilige Gebietstyp aus Ihrer Sicht noch, um zukunftsfähig zu werden?

 

 

  • historische Substanz bewahren
  • Baulücken angemessen füllen
  • punktuelle Grünflächen (Taschenpark) schaffen
  • kleinen Einzelhandel fördern
  • Innenhöfe „aufräumen“- grüne Freiräume schaffen
  • Räume Zwischennutzen
  • Pflege und Stärkung der Gemeindemitte
  • Nahversorgung sicherstellen
  • Leerstehende Erdgeschosse nachnutzen
  • Straßenräume aufwerten und gestalten
  • Durchgangsverkehr verhindern
  • Wohnen stärken
  • Kulturelle Identität weiterentwickeln
  • Aufenthaltsqualität erhöhen
  • ÖPNV stärken
  • Grünflächen erhalten
  • Aufenthaltsqualität optimieren

 

  • Nachverdichten (Bebauung in zweiter Reihe, Aufstockung, Anbau etc.)
  • Soziale Mitten entwickeln
  • Straßenraum aufwerten (Multifunktionalität, Gestaltung etc.)
  • Nutzung nachhaltiger Mobilität unterstützen
  • Energieversorgung dezentral organisieren
  • Gebäude energetisch sanieren
  • Barrierefreiheit herstellen
  • Tagespflegeangebote schaffen
  • Biotopverbundfunktionen bewahren
  • Nutzungen diversifizieren (Wohnen & Arbeiten etc.)

 

 

  • Quartiers-HUB als gemeinschaftliche Mitte entwickeln und mit Nahversorgung koppeln
  • Dachbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas befördern
  • Mobilitätspunkte (Teil-Auto, -Lastenrad, E-Bike etc.) zur Reduktion des MIV schaffen.
  • Straßenräume multifunktional ausgestalten
  • Ergänzende Wohnformen hinzufügen
  • Aufstockungspotenziale ausschöpfen
  • Vermeidung von Oberflächenparken
  • On-demand Mobilität
  • Spiel- und Sportplätze zulassen

 

 

  • Straßenräume fuß- und radverkehrfreundlich gestalten•
  • Durchgangsverkehr rausnehmen
  • Gemeinschaftsgärten anlegen
  • Freiräume kleinteilig vernetzen
  • Erdgeschosse für ergänzende Nutzungen öffnen (Tagespflege, Kinderbetreuung etc.)
  • Stellplatzbedarf durch den Ausbau von ÖV, Teil-Mobilität und klimaneutralen Antriebsarten reduzieren
  • In Hanglagen Stiegen erhalten bzw. barrierefrei ausbauen
  • Durchgrünung verbessern
  • Nahversorgung stärken
  • soziale Infrastrukturen entwickeln

 

  • Baulücken mit ergänzenden Wohnformen (Kleinstwohnungen, Baugruppen, Patchworkfamilien etc.) füllen oder bei Freiraummangel als
  • „grüne Lücken“ entwickeln
  • Quartiersfreiräume + Gemeinschaftsflächen schaffen
  • Innenhöfe freiräumlich aufwerten und durchwegen
  • Hinterhofbebauung überprüfen bzw. qualifizieren
  • Wo möglich aufstocken und Dächer ausbauen
  • Wohnen und Arbeiten verstärkt zusammendenken
  • Erdgeschosse in zentralen Lagen mit öffentlichkeitsgenerierenden Nutzungen versehen
  • temporäre & flexible Nutzungen im Erdgeschoss ermöglichen
  • ruhenden Verkehr komprimieren (Quartiersgaragen)

 

  • Freiräume multifunktional gestalten
  • bauliche Akzente zur Gebietsstrukturierung setzen
  • Orientierung im Freiraum erzeugen
  • Sanierungen mit baulichen Anpassungen kombinieren
  • Wohnformen und Wohnungsgrößen diversifizieren
  • Neue Wohnformen auch in Kombination mit Arbeiten einbringen
  • Nachbarschafts- bzw. Quartiersmitten inkl. Kinderbetreuung entwickeln
  • Aufstockung überprüfen
  • Multimodale Mobilitätsangebote als Alternative zum eigenen Auto anbieten
  • Dezentrale Energieversorgung entwickeln
  • Nahversorgung verbessern

 

  • Freiräume multifunktional gestalten
  • bauliche Akzente zur Gebietsstrukturierung setzen
  • Orientierung im Freiraum erzeugen
  • Straßenraum multifunktional gestalten
  • Multimodale Mobilitätsangebote als Alternative zum eigenen Auto anbieten
  • Nachbarschafts- bzw. Quartiersmitten entwickeln
  • Sanierungen mit baulichen Anpassungen kombinieren
  • Neue Wohnformen auch in Kombination mit Arbeiten einbringen
  • Aufstockung überprüfen
  • Dezentrale Energieversorgung entwickeln
  • Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas befördern
  • Erdgeschosszonen lebendig machen (Kitas etc.)
  • Artenschutz besonders bei Fassadensanierung sicherstellen

 

  • Dachbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas befördern
  • Aufstockung überprüfen
  • Multimodale Mobilitätsangebote als Alternative zum eigenen Auto anbieten
  • Straßenräume qualifizieren und ruhenden Verkehr zu Gunsten der Nahmobilität zurückdrängen Nachbarschafts- bzw. Quartiersmitten entwickeln
  • Gemeinschaftsgärten anbieten
  • Generationsbedarfen gerecht werden (generationsübergreifend)
  • Rückzugsmöglichkeiten für Jugendliche anbieten
  • Nahversorgung ausbauen
  • Erdgeschossnutzungen flexibel handhaben

 

  • Quartiers-HUB als gemeinschaftliche Mitte entwickeln
  • Mobilitätspunkte (Teil-Auto, -Lastenrad, E-Bike etc.) als Alternative zum eigenen Auto anbieten.
  • Straßenräume multifunktional ausgestalten (Kinderspielplätze)
  • Verkehrsflüsse umstrukturieren (Einbahnstraßen)
  • Straßenräume durch Pflanzung von Bäumen aufwerten / schattieren
  • neue Wohnformen auch in Kombination mit Arbeiten einbringen
  • Anbau- und Aufstockungspotenziale ausschöpfen
  • Nutzungsmix fördern

 

  • Freiräume multifunktional gestalten
  • Orientierung im Freiraum erzeugen
  • Sanierungen mit baulichen Anpassungen kombinieren
  • Nachbarschafts- bzw. Quartiersmitten mit zentralen sozialen Einrichtungen stärken
  • neue Wohnformen auch in Kombination mit Arbeiten einbringen
  • Multimodale Mobilitätsangebote als Alternative zum eigenen Auto anbieten
  • Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas befördern
  • Entwicklung von Gemeinschaftsgärten fördern
  • Generationsbedarfen gerecht werden (generationsübergreifend)
  • Rückzugsmöglichkeiten für Jugendliche anbieten
  • Nahversorgung ausbauen

 

  • Institutionelle Freiräume zu bestimmten Zeiten für die Öffentlichkeit öffnen
  • Durchwegung zur Verbesserung der Freiraumversorgung ermöglichen und verfeinern
  • Hybridisierung mit anderen Nutzungen zur Schaffung von Synergien
  • Innovation fördernde temporäre Experimentierfelder (baulich und/oder freiräumlich) anbieten
  • Sanierungen mit baulichen Anpassungen kombinieren
  • Kleinteilige Körnungen ergänzen
  • dezentrale Angebote fördern (auch als Satelliten in einzelnen Stadtteilen)

 

  • eindeutige / spezifische Profilierung herausarbeiten
  • Dach- und Fassadenbegrünung zur Verbesserung des Stadtklimas befördern
  • mehrgeschossiges Gewerbe etablieren
  • Flächen effizienter nutzen
  • Freiraumversorgung deutlich verbessern
  • Leerstand als Experimentierfelder nutzen
  • emissionsarmes Gewerbe mit alternativen Wohnformen kombinieren
  • Aufenthaltsqualität öffentlicher Wege und Räume verbessern
  • Nahversorgung / gastronomische Angebote für Beschäftigte erweitern
  • Flächen des ruhenden Verkehrs effizienter nutzen
  • übergreifende „Quartierskantinen“ anbieten
  • Erreichbarkeit durch ÖPNV verbessern
  • Emissionsschutzgesetz mitdenken
  • Artenschutz sicherstellen

 

7 Kommentare
  1. Hallo,

    die Vorschläge des Projektteams sowie meiner MitbürgerInnen finde ich hervorragend. Insbesondere die Vorschläge zur Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV gerechten Stadt oder der Begrünung der Straßenräume kann ich nur unterstützen. Dazu gehört v.a. auch der kleine Einzelhandel. Am neuen Hublandcenter hat man dies verpasst. Mehrere große Supermärkte finden sich dort auf einem Haufen und folglich erstickt der Bereich im PKW-Verkehr. Die Verkaufsflächen von Supermärkten sollte daher beschränkt werden, insbesondere auch an den Ausfallstraßen, denn die Großläden dort schwächen den Einzelhandel in den Vierteln.

    Vieles Gute wurde schon formuliert, so dass ich mich darauf beschränke, was mir noch nicht genannt scheint.

    Es wird hier ja nach der Erscheinung und Bewahrung der Stärken gefragt. Zu diesen gehört mE die rote Dachlandschaft. Man sieht diese von vielen Punkten der Stadt, z.B. vom Steinweinberg, vom Nikolausberg, vom Marienberg, vom Frauenland, von mehreren Einfallstraßen, …
    Bei Neubauten sollte daher in den entsprechenden Zonen in der Stadt eine entsprechende Dachgestaltung festgeschrieben oder gefördert werden. Ich würde diese Zonen vom Status-quo her definieren, also jene Siedlungen, wo diese Erscheinungsform heute noch vorwiegend anzutreffen ist. Denkbar wäre mE auf das spitze fränkische Dach zu verzichten, denn auch flachere Dächer oder Mansardendächer erfüllen die Funktion, die Qualität der roten Dachlandschaft zu erhalten. Ggf. wäre es auch möglich kleine Dachspitzen mit ökologischen Funktionen zu versehen, bspw. Raum für Fledermäuse, Schwalben, Siebenschläfer, Falken, Insektenhotels etc. Aufgrund der verschwindenden offenen Dachböden verschwinden immer mehr Arten aus den Orten. Dachausbauten und Aufstockungen von Gebäuden lassen sich gut mit diesen Vorgaben verbinden. Aufstockungen sollten nicht zu Flachdächern führen.

    Des Weiteren finde ich, dass die wenigen erhaltenen Gebäude, die vor der Zerstörung im zweiten Weltkrieg entstanden, besser geschützt werden sollten. Gleichzeitig sollte bei Neubauten mehr Mut und mehr Qualität an den Tag gelegt werden, Für beides sollten entsprechende Gremien gestärkt (Stadtbildkommission, Stadtheimatpfleger z.B.) oder neu geschaffen werden. So würde ich vorschlagen, dass die Denkmalstelle in der Stadtverwaltung aus mehr als Teilzeitkraft bestehen sollte oder, dass ein Gremium jeden geplanten Abriss zunächst kritisch betrachtet. Bei Neubauten sollten Wege gefunden werden, wie sie weniger 08/15-Investorenarchitektur darstellen. Ggf. lassen sich aber auch direkt in den Bebauungsplänen bessere Schutzmaßnahmen für den Altbestand (z.B. mehr Ensembleschutzgebiete) und die Qualität neuer Bauten formulieren?

  2. 1 – historische Stadtkerne: Es fehlt in Würzburg an einer Idee, wie die Altstadt weiterentwickelt werden soll. Es braucht ein Gestaltungshandbuch, das klare vorgaben für Neubauten macht. Unsere Altstadt verträgt aufgrund ihrer Geschichte auch moderne Neubauten. diese sollten aber einer Idee folgen. Man merkt an den Diskussionen im Stadtrat, dass es hier keine gemeinsame Vorstellung Idee gibt. => Wichtiges Folgeprojekt.
    Zudem wäre zu prüfen, wie man die Fehlplanungen der Tiefgaragen direkt im Stadtzentrum langfristig schließen kann (Parkhaus Mitte, Parkhaus Marktgarage). diese ziehen Individualverkehr dorthin, wo er nicht hingehört.
    Entlang vieler Straßen stehen keine Bäume (zum Beispiel Koellikerstraße zwischen Juliuspromade und Bohnesmühlgasse. Platz wäre genug vorhanden, wenn man Raum zum Abstellen von PKW wegnimmt. Hier braucht es neue Prioritäten bei der Verteilung des öffentlichen Raums.

    6 – Zeilenbauten: Diese sollten nicht nur aufgestockt, sondern zu einer blockrandbebauung weiterentwickelt werden gerade. In der obigen Abbildung bietet sich dies zum Theodor Heuss Damm an. die bisherige Beschreibung von “Akzentuierung” und Prüfung von Aufstockung ist zu zurückhaltend.

    In allen innerstädtischen Gebieten muss Platz für die Organisation nachhaltiger Mopbilität geschaffen werden. Dies beginnt bei der Schaffung von Wegen und Abstellflächen für größere Räder (E-Lastenräder) und geht bis zur Freihaltung von Parkplätzen in privaten Tiefgaragen für das kurzzeitige Nutzen von Carsharing-Fahrzeugen.

  3. Bauen im Aussenbereich, Nachverdichtung, Modulhäuser:
    Es gibt in Würzburg immer noch viele Häuser, die im sog. “Aussenbereich” stehen. Wobei diese Häuser in nachbarschaftlicher Bebauung, die teilweise schon mehr als 80 Jahre zurückliegt eigentlich schon lange nicht mehr als Aussenbereich, sondern als Wohngebiet anzusehen sind. Es mangelt lediglich an einem aktualisierten Flächennutzungsplan und einem aktuellen Bebauungsplan. Dann wäre auch eine Nachverdichtung leicht möglich, Modulhäuser mit viel Platz auf kleiner Grundfläche könnten in die bereits bebauten Grundstücke gebaut werden. Gerade hier darf sich die Stadt nicht mehr so viel Zeit lassen, wie bisher. Hier sehe wahrscheinlich nicht nur ich dringenden Handlungsbedarf. Bereits jetzt könnte unsere Bauverwaltung solche Nachverdichtungen auf Grundstücken, auf denen schon Häuser stehen genehmigen, auch im Aussenbereich. Da appeliere ich an unsere Bauverwaltung, in diesem Bereich so großzügig wie nur möglich zu sein, denn hier ist es noch möglich viel Wohnraum auf kleiner Fläche zu schaffen.

  4. Mir fehlt ein Bereich für Tiny houses für Studenten und Kleinsthaushalte. Ich hätte auch einen Vorschlag, wo diese Bereich liegen könnte.
    MfG Tasch

    1. Das Projekt-Team freut sich, wenn Sie Ihren Vorschlag, wo solche Tiny houses – Bereiche liegen könnten, hier nennen! Danke und einen herzlichen Gruß, Simone Neddermann (Projekt-Team)

    2. Ich sehe auch noch großes Entwicklungspotential was die Ausweisung von kleinen Grundstücken für Tiny Houses oder Modulhäuser anbelangt.
      Diese Bauformen haben zudem den Vorteil, dass sie sich besser in die Landschaft einfügen und auch keine Flächen versiegeln, da keine Fundamentierung notwendig ist (lediglich ggf. Punktfundamente).
      Vielleicht sollte man im Hinblick auf neue Baugebiete (Versbach, Lengfeld etc.) derartige Fläche berücksichtigen.

  5. wir wohnen wie mittlerweile viele junge Familien im Stadtteil Heidingsfeld/Lehmgrubensiedlung.
    Leider lässt hier die Lebensqualität zunehmend nach. Leider hat man das Gefühl durch den Autbahntunnel noch mehr Lärm in unser Wohngebiet bekommen zu haben. Der Zubringer (B19) zur Autobahn hat nur noch einen defekten Lärmschutz der auch noch mitten im Wohngebiet (Ende des “Neubaugebietes) aufhört. Es gibt keine vernünftige Geschwindigkeitsbegrenzungen auf den Zubringer (hier finden Abends ständig Rennen statt) und das LKW Fahrverbot wird auch nie kontrolliert.
    Der Eckleinsweg ist eine der Hauptzufahrten zur Siedlung, die Straße wurde zwar geflickt (aus den Löchern wurden Hügel) aber der Gehsteig ist immer noch eine Zumutung. Es parken rechts und links LKW`s (teils auch auf dem Gehsteig) die Kinder haben hier Abends Angst alleine zu Sport oder von der Haltestelle nach Hause zu laufen. Fahrradfahren ist hier mittlerweile Lebensgefährlich.
    Wir verstehen hier auch die Mitleidenden aus dem Steinbachtal die sich über die Kickers Spiele aufregen, bei uns ist es während den Spielen auch sehr laut, wobei man die Lautstärke während den Halbzeiten schon als Provokation werten könnte (hier ist es lauter als während der Spielzeit).
    Es wäre auch schön das Ordnungsamt mal in der Siedlung anzutreffen, es stehen immer wieder Autos ohne Zulassung herum, oder parken im Kreuzungsbereich.

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